Leider nein…

Es hat nicht sein sollen… ;-(

Die Abfahrt in Garmisch war meine letzte Chance, in das Flugzeug nach Südkorea zu springen. Es hat die letzten Wochen und Tage gut ausgesehen, die Form war gut, der Weg zeigte in die richtige Richtung. Die beiden Trainings auf der Kandahar sind auch zufriedenstellend verlaufen und ich habe gewusst, dass ich für das Rennen noch Reserven habe. Es war eine brutale und kräfteraubende Abfahrt, das hat man gleich gespürt. Im Prinzip war es bis 1:30 min eine gute Fahrt von mir, im oberen Teil lag ich sogar in Führung. Doch nach eineinhalb Minuten verließen mich die Kräfte, die Oberschenkel wurden immer blauer… Ich verlor im unteren Streckenabschnitt immer mehr Zeit und im Schlussabschnitt wurde mir die Kompression zum Verhängnis. Da war der Saft leider aus und ich konnte einen Sturz nicht mehr verhindern. Zum Glück ist mir beim Abflug in den Zaun nichts passiert – aber was dafür doppelt weh tat, war die Enttäuschung.

Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wäre – ja, wenn ich es ins Ziel gebracht hätte und wenn…. man weiß es nicht. Tatsache ist, dass ich meine Leistung aus den letzten beiden Rennen nicht bestätigen konnte. Ich bin zwar gut in Form, aber für Olympia hat es leider nicht gereicht. Man muss auch realistisch bleiben und sagen, dass ich als Ersatzmann mitgeflogen wäre und die Chancen auf einen Einsatz dementsprechend gering gewesen wären. Aber natürlich wäre ich gerne dabei gewesen, allein schon, um das Großereignis einmal kennenzulernen und zu erleben. Nüchtern betrachtet war das Thema Olympia sowieso die ganze Zeit über ein großes Fragezeichen. Ich habe am Anfang der Saison gewusst, dass es schwierig wird für mich, der Trainingsrückstand war einfach zu groß, vor allem in der Abfahrt. Und dass man heutzutage in der Abfahrt nur dann vorne mitfahren kann, wenn man zu 100 Prozent fit ist, hat man deutlich in Garmisch gesehen.

Wie geht es nun weiter? Ich werde meinen österreichischen Teamkollegen natürlich ganz fest die Daumen halten, zuhause vorm TV mitfiebern und in der Zwischenzeit jede Möglichkeit für Training nützen. Kraftkammer, Ergometer, Rad – ich werde noch härter an mir arbeiten. Denn eines hab ich in den letzten Wochen gesehen: Ich kann mithalten, was das Skifahren betrifft. Wenn ich jetzt noch an Kraft zulegen kann und auch verletzungsfrei bleibe, dann bin ich für die nächste Saison mehr als optimistisch.

Außerdem warten nach den Olympischen Spielen die Speed-Rennen in Kvitfjell und das Saisonfinale in Are auf mich. Und dort will ich die Top 30 fixieren.

LG
Christian

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